Johanna Tilsner - Die Vorsitzende

Junge Leute für Politik begeistern

Johanna Tilsner mit 16 Jahren Elzes Juso-Stadtverbandsvorsitzende / Berufswunsch: Journalistin

Geschrieben von Rolf Kuhlemann, LDZ-Redakteur, erschienen in der LDZ am 09.10.2013:

Was für ein Aufstieg: Mit 14 Jahren Einstieg in den Juso-Unterbezirk Hildesheim, dessn stellvertretenden Vorsitz sie seit 2012 innehat, mit 16 Jahren jüngstes Mitglied der SPD Elze, dessen Juso-Stadtverband sie seit wenigen Tagen anführt - Johanna Tilsner aus Elze weiß was sie will: Anpacken, um etwas für die Ziele ihrer Partei zu tun - und außerdem der Politikverdrossenheit entgegenwirken, die auch in ihrem Umfeld vorherrscht.

Johanna Tilsner ist  familiär nicht vorbelastet, aus ihrer Familie ist niemand parteipolitisch engagiert. Die 16-jährige hingegen hat sich schon immer für Politik interressiert. Als aufmerksame Leserin hat sie in der Tageszeitung verfolgt, dass in Elze eine Juso-AG gegründet wurde. Treibende Kräfte waren und sind Diane Thiesemann aus Mehle und Pascal Kubat aus Wittenburg. Stefan Reissig aus Elze, der ebenfalls zu den Gründer gehörte, ist inzwischen altersbedingt in den SPD-Stadtverband gewechselt, wo er seit den Neuwahlen stellvertretender Vorsitzender des SPD-Stadtverbandes Elze ist (die LDZ berichtete). Nach Thiesemann, Kubat und Reissig war Johanna Tilsner das vierte Mitglied der Elzer Juso-AG, der sich mittlerweile weitere Interessenten angeschlossen haben - nicht zuletzt durch die Bundestagswahl, wie die 16-jährige Elzerin berichtet. Beim Ergebnis der Bundestagswahl habe ihr nicht nur das relativ schlechte Abschneiden "ihrer" Sozialdemokraten (die sie nicht gern in einer "großen Koalition" sehen möchte), sondern vor allem die aus ihrer Sicht erschreckend hohe Stimmenzahl der NPD missfallen. Auch in dem Fall könne man etwas tun, anstatt tatenlos zuzusehen, wie die Elzerin betont. So habe sie beispielsweise mit einer befreundeten Jungsozialistin aus Alfeld eine Gegendemonstration in Bad Nenndorf besucht. Bezogen auf Elze habe sie bereits beim Workshop "Zukunftswerkstatt" mitgewirkt, um sich für ein besseres Miteinander von Jung und Alt stark zu machen.

Ihr politisches Engagement begründet Johanna Tilsner so: "Mir gefällt nicht, dass Leute, die sich etwa über die Regierung beschweren, nichts tun, das finde ich schlimm", sagt die CJD-Schülerin, die speziell in Elze noch mehr junge Leute für die Politik begeistern möchte, vor allem Mädchen und junge Frauen, denn bioslang sei Politik eine Männerdomäne. In Sachen "mehr politische Aufklärungsarbeit" hätten die Jusos bereits mit Vertretern der Kürger-Adorno-Schule und der  Christophorusschule über die Möglichkeiten gesprochen, wie man ein Jugendforum einrichten könnte, in dem sich Jugendliche einbringen könnten. "Wir wollen zu den informativen Treffen auch Politiker einladen, egal welcher Fraktion sie angehören", nennt Johanna Tilsner eines ihrer politischen Ziele.

Auch beruflich hat die junge Elzerin schon konkrete Vorstellungen: So will sie nach ihrem Abitur in Holland Sprachwissenschaften studieren, um neben Deutsch, Englisch (beides Leistungskurse) und Russisch eine vierte Sprache zu lernen. Später möchte sie Journalistin werden. Ihr Engagement geht schon in die Richtung: So hat sie bereits vor zwei Jahren ein Schülerpraktikum bei der LDZ absolviert, bei der sie mittlerweile als freie Mitarbeiterin tätig ist. Darüber hinaus hat sie den Gemeindebrief der evangelischen Kirchengemeinden Elze und Gronau mitgestaltet, die Schülerzeitung des CJD geleitet sowie am Internetauftritt und an den Jahresbüchern ihrer Schule mitgearbeitet.